Meditation und Evolutionäre Praxis



Die Entwicklung der Seele

Februar 7th, 2010 by · Kommentare deaktiviert · Andrew Cohen, Meditation und Evolutionäre Praxis

Die Entwicklung der Seele – Der einzig feste Boden im Universum

In den fast 20 Jahren, die ich als spiritueller Lehrer arbeite, habe ich sehr viel über die Natur der menschlichen Seele gelernt. Ursprünglich war das kein Thema, über das ich viel nachgedacht habe, und ebenso wenig hatte ich viele vorgefasste Ideen oder Meinungen darüber. Vielmehr lag meine anfängliche Betonung als ein Lehrer der Erleuchtung, darin, die Menschen dazu zu bringen, loszulassen und damit alle und jedwede Vorstellungen des Selbst zu transzendieren, einschließlich der meisten Ideen, die wir über die Seele haben.

Doch nach und nach habe ich gelernt, zu verstehen und zu schätzen, dass es auf dem spirituellen Weg ebenso darum geht die Seele zu entwickeln, wie darum, das Ego und den konditionierten Verstand zu transzendieren. Tatsächlich frage ich mich heute oft, ob wir bereit sind oder es für uns angebracht ist, ohne dass wir unsere Seelen wirklich entwickelt haben, diesen nächsten Schritt – die Transzendenz des Verstandes – zu tun.

Gibt es, wenn wir unsere Seelen nicht entwickelt haben, festen Boden, von dem wir abspringen können?

Ich bin zu der Schlussfolgerung gelangt, dass der wichtigste Grund spirituelle Praxis zu betreiben, die Entwicklung der Seele ist. Viele von uns glauben naiv, dass unsere Seele bereits völlig entwickelt ist, dass unsere Kapazität für Integrität, Authentizität, Transparenz, Gewissen, Güte und Liebe schon existiert und nur erkannt werden muss. Doch das ist einfach nicht wahr. Die Seele, welche ich als unsere Fähigkeit zu diesen zutiefst positiven menschlichen Qualitäten definiere, ist etwas, was in den meisten von uns sehr dringend entwickelt werden muss. Zu viele von uns leben in einem gespaltenen Zustand, tief innerlich oft stärker zerrissen, als wir uns bewusst sind oder fühlen können. Wir existieren in einem selbst geschaffenen Vakuum der moralischen Zweideutigkeit, in dem alles relativ ist und unsere Aufmerksamkeit hauptsächlich darauf gerichtet ist, wie wir uns fühlen. Die meisten von uns wissen wesentlich mehr darüber, was wirklich bedeutsam ist, als wir es mit unserem Leben ausdrücken wollen. In der Tat, wir fühlen uns hingezogen zu Schönheit, Tiefe und Bedeutung, doch es fehlt uns an der Seelenstärke uns wirklich anzustrengen, uns auf einen Ringkampf um Leben oder Tod einzulassen mit unserer eigenen inneren Spaltung, Trägheit und unserem Zynismus. Die schreckliche Wahrheit ist, dass es für uns eben einfacher ist, uns nicht allzu sehr zu kümmern. Um uns so sehr zu kümmern, müssen wir willens sein eine Verbindung mit dem Leben zu fühlen, die so tief ist, dass sie schmerzt. Wir müssen bereit sein, auf authentische, bedingungslose und tief verpflichtete Weise in unserer eigenen Erfahrung zu stehen und bereit sein, eine Art furchtloser Verwundbarkeit anzunehmen, in der unsere Transparenz unsere Stärke ist und die lebendige Erfahrung der Verbindung andauernd, ungebrochen und unausweichlich ist.

Die Fähigkeit das Leben voll zu bejahen kommt, in der hoch entwickelten Seele, von der transformierenden spirituellen Erfahrung des Ganzseins und der Vollkommenheit. Wenn das Selbst sich in seiner eigene Tiefe als zum Überfließen voll erfahren hat, wird aller existenzieller Zweifel ausgelöscht und wir sind befreit dem Lebensprozess mit offenen Armen entgegenzutreten.

Und selbst dann wird unsere Űberzeugung wieder und wieder geprüft werden. Wie viel Liebe haben wir in unserem Herzen, selbst wenn wir herausgefordert werden? Wie stark ist unsere Integrität selbst in den Momenten, in denen es scheint, dass alles im Universum sich verschworen hat, uns zu verführen und Kompromisse einzugehen. Wie sehr sind wir bereit für das einzustehen, was wir als wahr erkannt haben? Seelenstärke ist spirituelle Stärke, sie ist letztendlich die Quelle von Würde und Selbstachtung. Und es ist gerade diese Position unerschütterlicher Űberzeugung die wir so dringend pflegen müssen, wenn wir die Beschaffenheit des emotionalen, psychologischen, philosophischen und spirituellen Feldes verändern wollen, welches wir alle teilen.

Dies kann niemand für uns tun. Andere können als Beispiel vorangehen, doch wir müssen unsere eigene Seele allein entwickeln. Es ist interessant, dass das Sehnen danach, unsere Fähigkeit zu Integrität, Authentizität, Transparenz und Gewissen zu kultivieren von der Seele selbst kommt, von genau dem Teil unserer Selbst, der dringend danach verlangt, entwickelt zu werden. Sobald wir dem Verlangen der Seele nachgeben, werden wir Zugang haben zu der Einheit, Ganzheit und Vollständigkeit, die die Quelle aller spirituellen Stärke ist. Doch diese Stärke muss täglich gepflegt werden und darf niemals als selbstverständlich angenommen oder vorausgesetzt werden. Spirituelle Praxis, wenn sie mit Ernsthaftigkeit ausgeübt wird, verschafft Zugang zu dieser Quelle und aus diesem Grund ist sie der letztendliche Bezugspunkt der sich entwickelnden Seele in einer tief gespaltenen Welt.

Wenn wir diese Quelle einmal gefunden und ja gesagt haben zu der noblen Aufgabe der Verfeinerung der Seele, dann gibt es kein zurück mehr. Wenn wir, nachdem wir ja gesagt haben, uns erlauben den starken Kräften der Trägheit und des Zynismus zum Opfer zu fallen, kann es geschehen, dass wir nicht nur das Vertrauen in diese Quelle verlieren, sondern auch den Zugang zu ihr. Dies ist der Grund für die bekannte Aussage, dass es besser ist, den spirituellen Pfad niemals zu betreten, als aufzugeben, bevor man eindeutig erfolgreich war. Haben wir einmal ja gesagt, müssen wir Erfolg haben, denn wir haben mit unseren eigenen Augen, unserem eigenen Herzen und unserem eigenen Verstand erkannt, was Integrität. Authentizität, Transparenz und Gewissen wirklich sind: der einzige feste Boden im Universum.

Andrew Cohen

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Das Ziel

Februar 7th, 2010 by · Kommentare deaktiviert · Andrew Cohen, Meditation und Evolutionäre Praxis

Das Ziel

Einführung

Das Ziel der Lehre der Evolutionären Erleuchtung ist die sechs Prinzipien zur Erscheinung zu bringen. Diese Prinzipien sind zugleich das Fundament und die eindeutige Manifestation des neuen Bewusstseins und der neuen Welt, die wir durch unsere radikale individuelle und kollektive Transformation erschaffen. Die sechs Prinzipien sind die kosmischen Gesetze, die sich selbst offenbaren, wenn wir uns bis an die äußerste Grenze unseres evolutionären Potenzials vorbewegen. Man kann sie in drei Paare zusammenfassen: Reinheit der Motivation & Integrität des Handelns, Autonomie & Gemeinschaft, Evolutionäre Spannung & Natürliche Hierarchie.

Voraussetzung für das Erscheinen dieser sechs Prinzipien sind die fünf Grundsätze, die darum auch mit aller Ernsthaftigkeit gelebt werden müssen. Das heisst, dass sich der Einzelne in jedem Moment seines Daseins aus der ganzen Kraft seines Herzens heraus darum bemüht, für dieses neue Bewusstsein eine wahrhaft erleuchtete Beziehung zu seiner eigenen Erfahrung einzunehmen. Das Ziel der Evolutionären Erleuchtung ist nicht die persönliche Errungenschaft, sondern der kollektive Entstehungsprozess. Die Evolutionären Erleuchtung ist ein Bewusstseinssprung, der zwar nicht dem Individuum zugute kommt, aber vollständig von ihm abhängt. Sobald Menschen, die nach den fünf Grundsätzen leben, für ein gemeinsames Ziel zusammenkommen, das über sie selbst hinausgeht, tritt dieses höhere Bewusstsein spontan in Erscheinung.

Der einzige Grund, warum sich jemand in einem evolutionären Kontext darum bemüht, die fünf Grundsätze zu leben, ist der Wunsch, ein Katalysator zu werden für die Geburt dieses neuen Bewusstseins, ein Werkzeug für dessen wunderbare Kraft, sich in dieser Welt zu entfalten. Das einzige Hindernis für das Entstehen dieses Bewusstseins ist die überwältigende Kraft der Trägheit, die Ausdruck des individuellen und kollektiven Egos ist. Sobald aber die fünf Grundsätze tadellos gelebt werden, bleiben die Bewegungen des Egos unter Kontrolle, und das Authentische Selbst tritt ganz spontan als lebendiger Ausdruck der sechs Prinzipien in Erscheinung.

Um diese sechs Prinzipien über kurze und vorübergehende Eruptionen hinaus zu etablieren, wird vom Individuum ein außerordentlich hohes Maß an Verpflichtung und bewusster Kooperation gefordert. Sobald sich der evolutionäre Prozess seiner selbst bewusst wird, von diesem Moment an ist jede weitere Entwicklung allein von der bewussten Absicht des erwachenden Menschen abhängig. Dieser Prozess hat kein Ende. Es ist nicht einfach nur das Ziel, diese Prinzipien ins Dasein zu rufen, sondern sie, sobald sie einmal da sind, als einen lebendigen Boden zu nutzen für das intersubjektive und erleuchtete Bewusstsein, von dem aus ganz real die Zukunft erschaffen wird.

Reinheit der Motivation & Integrität des Handelns

Die ersten beiden Prinzipien der Evolutionären Erleuchtung sind Reinheit der Motivation und Integrität des Handelns. Diese beiden Prinzipien sind der stets makellose Ausdruck des Authentischen Selbst.

Die Reinheit der Motivation ist ein Impuls, der nicht aus dem Ego kommt, sie ist die gesunde Leidenschaft, das Neue zu erschaffen. Sie erscheint nur in dem Maße, in dem das Ego transzendiert wird. Wenn der Mensch den Punkt erreicht, an dem er um der Evolution des Bewusstseins willen nach Erleuchtung strebt, wird er diese reine Motivation ganz natürlich als tiefe Verbindung zu diesem höheren Zweck und Potenzial erfahren. Sie kann nicht aus dem persönlichen Selbst oder dem Ego heraus entstehen. Die Reinheit der Motivation ist das Gefühl des Authentischen Selbst, der ekstatische Drang, die Zukunft zu erschaffen.

So tief diese Erfahrung jedoch auch sein mag: Das bloße Erwachen einer reinen Motivation reicht nicht aus. Solange wir nicht aus diesem egolosen Impuls heraus handeln, bedeutet seine Gegenwart im Bewusstsein letztendlich nicht mehr als nur eine weitere spirituelle Erfahrung, einen flüchtigen Blick auf unser eigenes Potenzial, größere Verantwortung zu tragen. Die Reinheit der Motivation muss immer ausgedrückt werden, so dass sie zur Integrität des Handelns führt. Das bedeutet einfach, dass der Mensch konsequent dieser reinen Motivation folgt – und das verlangt eine heroische Geisteshaltung. Die meisten von uns müssen diese reine Motivation Tausende von Malen in ihrem Herzen spüren, bevor sie zu einer integren Handlung in der Welt wird.

Der einzige Beweis für eine authentische Transformation ist der konsequente Ausdruck der Integrität des Handelns. Integrität des Handelns ist nicht nur eine innere Erfahrung. Sie hat sichtbare und spürbare Auswirkungen auf die komplexen und herausfordernden Strukturen menschlicher Beziehungen und die Welt, in der wir leben. Wenn eine nahtlose Verbindung zwischen dem Auftauchen einer reinen Motivation und dem spontanen Ausdruck der Integrität des Handelns besteht, dann bedeutet das, dass der Mensch auf der tiefsten Ebene mit der egolosen Leidenschaft des Authentischen Selbst verbunden ist. Dann wird das menschliche Leben zu einem klaren Spiegelbild jener dynamischen Ganzheit, die das ganze Universum erschaffen hat und immer noch erschafft.


Autonomie & Gemeinschaft

Die nächsten beiden Prinzipien der Evolutionären Erleuchtung sind Autonomie und Gemeinschaft. Zusammen repräsentieren diese beiden Prinzipien die Grundlage des neuen Bewusstseins, das Ziel und die Verheissung dieser Lehre.

Autonomie ist radikale Unabhängigkeit und Authentizität. Sie entsteht, wenn der Mensch ganz auf sich selbst gestellt ist, im Zustand des vollkommenen, sich selbst vertrauenden und unabhängigen, leidenschaftlichen Interesses am evolutionären Prozess. Autonomie ist ein Ausdruck reiner, schöpferischer Freiheit: der mächtigen, unbeschränkten Freiheit des Menschen, sein eigenes Potenzial ohne Grenzen zur Entfaltung zu bringen. Wenn man wahre Autonomie erfährt, entdeckt man eine unvergleichliche Fülle des Selbst, die wunderbarerweise völlig frei ist von Selbstbefangenheit. Man ist einfach man selbst und erfährt auf ekstatische Weise, wie sich die eigene Authentizität spontan manifestiert.

Gemeinschaft ist die tiefe Offenbarung der Nicht-Dualität, wie sie auf dynamische Weise in einem Kollektiv erscheint. Sie ist die berauschende Erfahrung des Authentischen Selbst, wie es sich im Anderen selbst erkennt – die Vielen, die in egoloser Freiheit als Eins und mit unendlichem Potenzial zusammenkommen, ohne auch nur von dem geringsten Gefühl des Getrenntseins gehemmt zu werden. In diesem alles einschließenden intersubjektiven, nichtdualen Zustand, manifestiert sich die höchste Offenbarung des Einsseins in dieser Welt als eine ekstatische Nähe der menschlichen Beziehungen jenseits der Individualität.

Dass sowohl Autonomie als auch Gemeinschaft gleichzeitig gelebt werden können, ist ein neu entstehendes Potenzial des Bewusstseins. Normalerweise, wenn ein Mensch kraftvolle Autonomie erlebt, geht dies fast immer auf Kosten der Gemeinschaft mit anderen. Um tiefe Gemeinschaft zu erleben, müssen die Einzelnen, die daran beteiligt sind, normalerweise ihre Autonomie opfern. Doch in der Evolutionären Erleuchtung entsteht ein dynamisches Feld, in dem der Einzelne und die Vielen buchstäblich eins sind und dennoch gleichzeitig voneinander verschieden und unterscheidbar bleiben. Es ist ein sich neu entwickelnder Ausdruck der Nicht-Dualität, in dem sich die Ekstase der Autonomie und die Glückseligkeit der Gemeinschaft zu einem einzigen einheitlichen Zustand des Bewusstseins verbinden.

Evolutionäre Spannung & Natürliche Hierarchie

Die letzten beiden Prinzipien der Evolutionären Erleuchtung sind: Evolutionäre Spannung und Natürliche Hierarchie. Diese beiden Prinzipien beschreiben das dynamische Wesen und die dynamische Struktur eines höheren kollektiven Bewusstseins jenseits des Egos.

Evolutionäre Spannung ist die Erfahrungsqualität des neuen Bewusstseins, das zwischen Menschen frei wird, die sich im Authentischen Selbst begegnen. Das Authentische Selbst interessiert sich nur für die Zukunft, und dieses Interesse empfindet der Mensch in seinem Herzen und Verstand als eine kraftvolle Wachsamkeit, als eine durch und durch positive und gesunde Spannung, die den Einzelnen ständig dazu drängt, sein höchstes Potenzial zu verwirklichen, um die Zukunft zu erschaffen. Sie ist das genaue Gegenteil jener Trägheit, die eine Eigenschaft des individuellen und kollektiven Egos ist, die Abwärtsspirale seiner ewigen Ängste und Sorgen. Die evolutionäre Spannung ist eine nach oben strebende Kraft, ein tief empfundenes Gefühl der Dringlichkeit, das noch Nichtdagewesene zur Manifestation zu bringen. Sie ist die dynamische Wahrnehmung des kreativen Impulses und die Hingabe an ihn, die Forderung des Authentischen Selbst, zu wachsen und nach höheren und komplexeren Formen der Harmonie und Integration zu streben. Diese positive Spannung schafft ein Umfeld für menschliche Beziehungen, das immer evolutionär ist, weil es aufgeladen ist mit der lebendigen Gegenwart eines noch nicht manifesten innewohnenden Potenzials.

Natürliche Hierarchie ist die Struktur menschlicher Beziehungen, die in einem lebendigen Zusammenhang intersubjektiver Erleuchtung spontan entsteht. Erleuchtung heißt: jenseits des Egos, und intersubjektiv heißt: zwischen Menschen. Sobald zwei oder mehr Menschen sich in einem höheren Bewusstsein jenseits des Egos treffen, entsteht eine natürliche Hierarchie. Das ist eine egolose Struktur, die nur von den realen Unterschieden in den Entwicklungs- und Erfahrungsstufen der einzelnen Individuen bestimmt wird. Während die Grundlage aller Beziehungen immer die Nicht-Dualität oder das Einssein ist, muss in der Evolutionären Erleuchtung die Existenz des Unterschieds, die ja das Material einer jeden evolutionären Perspektive ist, geachtet werden. Darum werden die Beziehungen zwischen sich entwickelnden, erleuchteten Menschen deutlich die letztendliche Wahrheit des Nicht-Unterschieds reflektieren, während sie gleichzeitig die unterschiedlichen Ebenen der Erfahrung, des Wissens und der Autorität respektieren. Wenn jeder Mensch die Forderung dieser evolutionären Spannung annehmen würde, die uns dazu drängt, unserer höchsten Ebene der Erfahrung und des Verstehens gerecht zu werden, entstünde eine authentische natürliche Hierarchie, die nicht von den egoistischen Motiven der Macht und Kontrolle bestimmt wird, sondern von dem Wunsch des Authentischen Selbst sich zu entwickeln. Natürliche Hierarchie ist für die meisten Menschen ein sehr herausforderndes und schwer zu verstehendes Konzept, weil es die Forderung enthält, das Ego zu transzendieren, auf individueller wie auch auf kollektiver Ebene. Nur dann wird die Matrix der menschlichen Beziehungen ein Ausdruck der Evolution und der Erleuchtung sein: eine dynamische und sich ewig wandelnde Reflexion der Wahrheit der Nicht-Dualität.

Ein neues Wesen

Wir haben buchstäblich die Fähigkeit, ein Neues Wesen auf diese Welt zu bringen. Die Lehre der Evolutionären Erleuchtung versetzt uns Menschen dazu in die Lage, wenn wir, indem wir nach den fünf Grundsätzen leben, in dem dynamischen, spontanen Ausdruck der sechs Prinzipien zusammenkommen.

Dieses neue Wesen ist das Bewusstsein jenseits des Ego. Es ist das, was zwischen einzelnen Individuen entsteht, in denen das Authentische Selbst erwacht ist. In der traditionellen Vorstellung des Ostens war die Erleuchtung im Bewusstsein des Einzelnen enthalten. Bei der neuen Erleuchtung ist es jedoch so, dass zwischen zwei oder mehr Individuen ein neues Bewusstsein entsteht, wenn sie zur gleichen Zeit und am gleichen Ort zum Authentischen Selbst erwachen, und dieses neue Bewusstsein ist der erleuchtete Geist.

Die Natur und das Bewusstsein dieses neuen Wesens ist die Revolution selbst. Es ist die immer, überall und unter allen Umständen ungebrochene dynamische Abwesenheit der Trägheit. Und damit dieses Wesen selbst so frei wird, müssen die Zellen, aus denen es besteht, nämlich die einzelnen Menschen, die allein zu diesem Zweck zusammen kommen, der unabhängige, autonome Ausdruck derselben dynamischen Freiheit sein. Dieses großartige Potenzial fordert und braucht die totale Teilnahme, Hingabe, Unterwerfung und das bedingungslose Engagement eines jeden Einzelnen. Wenn dies Erfolg haben soll, muss eine bedeutende Minderheit von uns radikal befreit werden, nicht um unserer selbst willen, sondern für das Wohl, die Evolution und die Entwicklung dieses höheren Wesens, das wir sein werden.

Andrew Cohen

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Der Weg

Februar 7th, 2010 by · Kommentare deaktiviert · Andrew Cohen, Meditation und Evolutionäre Praxis

Die Klarheit der Absicht – Der erste Grundsatz

Der erste Grundsatz heißt Klarheit der Absicht, und er legt das Ergebnis der spirituellen Suche direkt in deine Hand.

In der Lehre der evolutionären Erleuchtung ist der einzelne Mensch letztendlich verantwortlich für seine eigene Entwicklung. Vielleicht sagst du, dass du dich weiter entwickeln, und dass du Freiheit oder Erleuchtung erlangen willst, aber ob dieses Streben zu einer Transformation führt oder nicht, das hängt ganz von dir ab. Wenn du wahrhaftig frei sein willst, wird dich letzten Endes nichts aufhalten können. Die Klarheit der Absicht ist das Fundament eines spirituellen Lebens. Das besagt, dass dein Wunsch nach Freiheit und dein Drang, dich weiter zu entwickeln, für dich wichtiger werden müssen als alles andere auf der Welt.

Frei sein zu wollen – mehr als alles andere – ist kein Gefühl: Es ist eine Handlung. Es ist eine bewusste Haltung, die du gegenüber jeder Entscheidung einnimmst, die du triffst. Ohne die klare Absicht, frei zu sein, wirst du dich auf lange Sicht durch noch so viel spirituelles Praktizieren nicht verändern. Dein Erfolg hängt vollständig von deiner bewussten Entscheidung ab, in jedem Augenblick frei zu sein. Schließlich wirst du einen Punkt erreichen, an dem du keine Wahl mehr hast, an dem deine eigene Freiheit zu einer Verpflichtung wird. Dann wird das authentische Selbst, das schon vollkommen frei ist, die beherrschende Kraft in deinem Wesen geworden sein, und du wirst nicht mehr mit dem ersten Grundsatz kämpfen müssen. Aber bis du diesen Punkt erreichst, muss die Klarheit der Absicht bewusst gepflegt werden.

Wenn du beginnst, über die Klarheit der Absicht nachzudenken, dann wirst du wahrscheinlich wie die meisten von uns entdecken, dass Freiheit nicht wirklich das ist, was du mehr als alles andere willst. Vielleicht willst du die befreiende Glückseligkeit höherer Bewusstseinszustände erfahren. Vielleicht hast du direkt vom Blickpunkt des Bewusstseins aus schon einen flüchtigen Einblick erhalten in das absolute Wesen der Wirklichkeit und fühlst, dass du auf diese Offenbarung reagieren musst. Aber sobald du versuchst, den Abgrund zwischen jener höheren Perspektive und der Realität deines eigenen Lebens in der relativen Welt zu überbrücken, wird die größte Herausforderung der spirituellen Freiheit sichtbar. Du erkennst, dass dir nichts weniger als alles abverlangt wird, wenn du ein lebendiger Ausdruck jener höheren Perspektive werden willst.

Ernsthaftes Nachdenken über die Frage „Will ich – mehr als alles andere – frei sein?“ wird unvermeidlich zu einer grundsätzlichen Konfrontation mit deiner Beziehung zum Leben führen. Es wird tiefe und machtvolle Strukturen ans Tageslicht bringen, die normalerweise verborgen bleiben: die ungezügelte und leidenschaftliche Freiheitsliebe des authentischen Selbst- und der wütende Widerstand und die Trägheit des Egos. Der erste Grundsatz macht es ein für alle mal möglich, frei zu wählen, was davon dein Schicksal bestimmen wird.

Die Klarheit der Absicht ist etwas einfaches, und dennoch geht sie über alle Maßen in die Tiefe. Wenn du die Freiheit mehr als alles andere willst, musst du dich nicht von höheren Bewusstseinszuständen abhängig machen, du musst nicht darauf warten, dass Gott dich rettet, du musst nicht auf Gnade hoffen. In einer Seele, in der wahrhaft Mut ist, wird dieser Grundsatz eine Stärke und geistige Unabhängigkeit erzeugen, die in sich schon die Befreiung ist. Die Klarheit der Absicht ist das Fundament eines erleuchteten Lebens und der Schlüssel zur Evolution des Bewusstseins selbst, denn dadurch wird die Freiheit vollständig in deine eigene Hand gelegt.

Das Gesetz der Willensfreiheit – Der zweite Grundsatz

Der zweite Grundsatz, das Gesetz der Willensfreiheit, besagt, dass, wenn man die Freiheit mehr als alles andere will, dazu bereit sein muss, für sich selbst die absolute Verantwortung zu übernehmen.

Es ist keine einfache Aufgabe, nach dem zweiten Grundsatz zu leben. Viele Einflüsse kommen zusammen und formen das Selbst: die persönliche Lebensgeschichte, kulturelle Prägungen, biologische Instinkte und vielleicht sogar die karmischen Eindrücke aus vorangegangenen Leben. Und außerdem noch die Ängste und die Sehnsüchte des Egos und der evolutionäre Impuls des authentischen Selbst. Was es dir aber ermöglicht, für all dies die Verantwortung zu übernehmen, das ist die Erkenntnis, dass letztendlich du selbst dich immer dafür entscheidest, der Mensch zu sein, der du bist. In jedem Augenblick triffst du bewusste und unbewusste Entscheidungen, mit denen du festlegst, was du tun wirst und was für Auswirkungen dies auf die Welt um dich herum haben wird.

Die Kraft des zweiten Grundsatzes hängt vollständig von der Anerkennung der Tatsache ab, dass wir auf irgend einer Ebene immer genau wissen, was wir gerade tun. Mit diesem kühnen Grundsatz wird erklärt, dass man aktiv und genau jetzt die Verantwortung für alles übernehmen muss, was man im Augenblick gerade tut und in der Vergangenheit schon getan hat – und ebenso für die konditionierten Reaktionen, die als Folge von etwas entstehen, was andere einem angetan haben. Erleuchtung bedeutet Freiheit von Karma. Karma entsteht jedes Mal, wenn man aus Unbewusstheit, Unwissenheit und Egoismus handelt und anderen so Leiden verursacht. Für die meisten von uns ist Karma eine gewaltige Kraft: eine durch buchstäblich unzählige Handlungen angesammelte Triebkraft. Diese Triebkraft des Karmas ist es, durch die uns die unerleuchtete persönliche Welt des Egos so anziehend erscheint. Das authentische Selbst in jedem von uns drängt danach, erleuchtet zu werden und sich beständig weiter zu entwickeln, aber das Ego wird von dem Bedürfnis getrieben, immer die Kontrolle zu behalten und ewig gleich zu bleiben. Und die Entscheidungen, die wir in jedem Augenblick treffen, legen fest, welcher Teil unseres Selbst unser Schicksal bestimmen wird. Jedes Mal, wenn wir aus dem Ego heraus handeln, entsteht Karma.

Es gibt wenige Menschen, die wahrhaftig anstreben, für sich selbst die absolute Verantwortung zu tragen. Die meisten ziehen es vor, sich als unbewusste Opfer äußerer und innerer Kräfte zu sehen. Solange man sich als Opfer seiner eigenen konditionierten Reaktionen sieht, die als Folge vergangener Wunden und Traumata auftauchen, wird man ganz unvermeidlich früher oder später andere verwunden oder traumatisieren, und die Wucht des eigenen Karma wird nur noch größer werden. Aber wenn man auf die Opferhaltung verzichtet, nimmt man schließlich das Gewicht seines Karmas auf die eigenen Schultern. Man trägt es, damit niemand anderes leiden muss. Man entscheidet sich heldenhaft dafür, die Welt von seinem eigenen elenden Ego zu befreien – und falls einem die Evolution des Bewusstseins am Herzen liegt, wird man in der Lage sein, einen wichtigen Beitrag dazu zu leisten.

In einem evolutionären Zusammenhang strebt der Mensch nach Befreiung, damit das authentische Selbst, der evolutionäre Impuls, frei ist zu handeln, zu reagieren und die Welt zu transformieren. Das authentische Selbst hat keine Vergangenheit, es besitzt kein Karma, es ist nie verwundet oder traumatisiert worden durch irgend etwas, das der in Geschichte und Zeit existierenden Person zugestoßen ist. Es ist von Natur aus ohne Ego, und wenn es sich selbst in anderen wiederfindet, entsteht ein Zustand ekstatischer Intimität und vollkommenen Vertrauens, der den Himmel auf die Erde bringt. Aber damit man ein Gefäß für diesen wunderbaren Zustand sein kann, muss man den zweiten Grundsatz so weit in seinem Leben umsetzen, dass die konditionierten und irrationalen Reaktionen des Egos immer gebändigt sind. Dann wird der vieldimensionale Komplex aus Energie, Bewusstsein und sich widersprechenden Impulsen, aus dem man besteht, zu einem Ausdruck eines umfassenden Ganzen werden, das nicht nur kein Karma mehr erzeugt, sondern anfängt, auf der Bahn der Evolution eine völlig neue und positive Triebkraft nach vorne zu entwickeln.

Sieh allem ins Auge und vermeide nichts - Der dritte Grundsatz

Der dritte Grundsatz ist die höchste Form spiritueller Praxis. Er besagt, dass wir, wenn wir frei sein wollen, jederzeit, überall und unter allen Umständen bereit sein müssen, allem ins Auge zu sehen und nichts zu vermeiden. Bei den meisten Formen spirituellen Praktizierens geht es letztendlich um die Kultivierung der Bewusstheit. Allem ins Auge zu sehen und nichts zu vermeiden bedeutet, eine hohe Fähigkeit zur Bewusstheit zu  kultivieren. Das Ego hängt stark an dem Bild, das jemand von sich selbst hat, und es manipuliert seine Umwelt ständig so, dass es nur die Eigenreflexion wahrnimmt, nach der es gerade auf der Suche ist. Das Ego hat die Tendenz, Dingen auszuweichen, sie zu leugnen und alle Informationen, die es von der äußeren Welt oder der eigenen inneren Erfahrung erhält, zurückzuweisen, falls sie jenem Selbstbild auf irgend eine Weise widersprechen sollten. So lange wir uns also mit dem Ego identifizieren, entscheiden wir uns dafür, den weniger zuträglichen Aspekten unseres Selbst gegenüber blind zu sein, und werden unweigerlich aus diesen konditionierten und unbewussten Impulsen heraus handeln und überall um uns herum schlimme Schäden anrichten.

In einer befreiten Beziehung zum Leben spielt das Ego keine Rolle. Nur das Ego besitzt ein Selbstbild, das beschützt werden muss, und dieses Selbstbild erzeugt ein Hindernis, eine Mauer, die das Selbst vor zu viel Realität abschirmt. Das authentische Selbst ist bereits frei, es ist vollkommen unbefangen und nur an dem interessiert, was wahr und wirklich ist. Es muss kein Selbstbild beschützen und hat keinen Grund, irgend etwas zu vermeiden. Also muss man den dritten Grundsatz üben, damit die Verteidigungsstellungen des Egos beständig zerschlagen werden. Die Übung, allem ins Auge zu sehen und nichts zu vermeiden, entfernt alles, was das spontane, ungehemmte Erscheinen des authentischen Selbst behindert.

Nur ein Mensch, der wahrhaftig frei sein will, wird bereit sein, von den Täuschungen des Egos zu lassen und die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Nur jemand, der nach Transparenz, Authentizität und der Leere des Selbst strebt, und der durch einen starken Impuls, sich weiter zu entwickeln, motiviert ist, wird dazu in der Lage sein, der Wirklichkeit auf diese Weise ins Auge zu sehen. Alle anderen werden schließlich finden, dass sie zu sehr damit beschäftigt sind, den Anschein eines getrennten Selbst aufrecht zu erhalten, als dass sie überhaupt ernsthaft damit anfangen wollten, den dritten Grundsatz zu praktizieren. Aber wenn wir uns immer weniger mit den Ängsten und Begierden des Egos identifizieren und immer mehr mit der Leidenschaft des authentischen Selbst für die Evolution, dann werden unsere Ängste und Bedenken und unser Widerstand gegen die Wahrheit immer weniger unsere Erfahrung bestimmen. Wir werden die Stärke und den moralischen Mut aufbringen, das ertragen zu können, was wir ertragen müssen, wenn wir jederzeit, überall und unter allen Umständen allem ins Auge sehen und nichts vermeiden. Warum? Weil wir die Freiheit mehr als alles andere wollen. Wir wollen das Selbst vom Zugriff des Egos befreien, damit das Bewusstsein selbst frei wird, um sich durch uns weiter zu entwickeln. Unsere Fähigkeit zu diesem Grad der Bewusstheit und der Selbsterkenntnis hängt vollständig von unserer Absicht ab, frei zu sein, denn dabei verbünden wir uns mit der reinen Leidenschaft des authentischen Selbst, und so wird eben der Beweggrund zum Ausweichen überwunden.

Die Wahrheit der Unpersönlichkeit – Der vierte Grundsatz

Der vierte Grundsatz heißt die Wahrheit der Unpersőnlichkeit. Er besagt, dass letztendlich jeder Aspekt deiner eigenen persönlichen Erfahrung aus einer Perspektive betrachtet werden kann, die völlig objektiv und unpersönlich ist. Und allein von dieser weiten, universalen Perspektive aus kann man wahre Befreiung finden.

Die objektive, unpersönliche Sichtweise lässt uns erkennen, dass das abgetrennte Selbstgefühl oder Ego weiter nichts ist als die Illusion von Einzigartigkeit, die in jedem Augenblick von unserer zwanghaften Angewohnheit verursacht wird, fast jeden unserer Gedanken, Gefühle und Empfindungen als persönliche zu betrachten. In Wahrheit könnte die menschliche Erfahrung niemals eine persönliche Sache sein. Die meisten der Höhen und Tiefen, durch die wir gehen und zwanghaft als „meine eigenen“ deklarieren, haben etwas schockierend Unpersönliches. Vom höchsten Standpunkt aus betrachtet, kann man die gesamte menschliche Erfahrung als Teil eines Prozesses sehen: eines evolutionären Entwicklungsprozesses, der in der Zeit fortschreitet. Unsere eigene persönliche Erfahrung dieses Prozesses in seinen vielfältigen inneren und äußeren, rohen und subtilen Ausprägungen ist ein letztendlich sehr kleiner Teil eines unendlichen Entstehungsprozesses. Die Gedanken und Gefühle, die im individuellen Bewusstsein auftauchen, reflektieren emotionale und psychologische Strukturen oder Gewohnheiten, die sich langsam über Hunderttausende von Jahren entwickelt haben.

Wenn man sich etwas Abstand verschafft und sich eine zunehmend objektivere Betrachtungsweise im Lichte dieses größeren Zusammenhanges, in dem wir existieren, aneignet, wird man langsam, aber sicher die unpersönliche Natur all seiner eigenen Erfahrung erkennen. Bei dieser Erkenntnis wird die persönliche Dimension einem plötzlich vollständig durchsichtig werden. Selbst wenn sie nur vorübergehend ist, wird diese Einsicht alles vollkommen untergraben, was du über dein Dasein als einzigartiges, individuelles Wesen glaubst, das auf mysteriöse Weise in irgend einer abgeschlossenen Luftblase isoliert von allem anderen existiert. Du bist ein Prozess. Habe den Mut, dieser Tatsache ins Auge zu sehen, und du wirst für dich selbst durchsichtig werden.

Das Persönliche ist ganz einfach der Schleier, der die Illusion des Getrenntseins, also das Ego, erzeugt. Und diese Illusion ist groß. Sie ist mächtig und reicht tief. Die meisten von uns verbringen ihr ganzes Leben hinter diesem Schleier und machen nie einen Schritt darüber hinaus, außer vielleicht in den kurzen Augenblicken, in denen sie die Erfahrung eines höheren Bewusstseinszustands haben. Aber wenn man bereit ist, der Wahrheit einer unpersönlichen Objektivität ins Auge zu sehen, und den Mut hat, durch das eigene persönliche Selbstgefühl hindurch zu schauen, wird man die völlig unpersönliche Gegenwart des authentischen Selbst entdecken. Wenn man diesen unpersönlichen und objektiven Blickwinkel einnimmt, verschieben sich Identifikation und Bindung auf dramatische Weise von den persönlichen Belangen des Egos weg hin zur unpersönlichen Leidenschaft des authentischen Selbst, das sich nur für die Zukunft des evolutionären Prozesses interessiert. Für das authentische Selbst ist die persönliche Dimension völlig bedeutungslos. Vielleicht erlebst du immer noch die Ängste, Neurosen und irrationalen Zwänge des Egos, aber wenn du mit dem authentischen Selbst verbunden bist, wirst du merken, dass du die emotionale, psychologische und philosophische Charakterstärke hast, mit dem allem zurecht zu kommen. Warum? Weil du weißt, dass du nur ein kleiner Teil eines unendlich grossen, unpersőnlichen Prozesses bist. Wenn du den Schleier des Persönlichen wegziehst, entdeckst du eine radikale Objektivität, die dich sofort befreit, damit du auf der höchsten Ebene an diesem Prozesses teilnimmst: der Evolution des Bewusstseins selbst.

Um des Ganzen willen – Der fünfte Grundsatz

Der fünfte Grundsatz, Um des Ganzen willen, stellt die fundamentale Beziehung des Suchenden zum spirituellen Weg in einen neuen Zusammenhang. In ihm wird die Entwicklung des Motivs für den Freiheitswillen beschrieben.

Wenn wir uns auf den spirituellen Weg machen, wollen die meisten von uns Freiheit oder Erleuchtung natürlicherweise für sich selbst. Darum beginnen wir mit dem ersten Grundsatz, der besagt: Ich will – mehr als alles andere – frei sein. Aber wenn wir diese Bestrebungen ernsthaft und geradlinig verfolgen, uns authentisch entwickeln und dabei reifen, werden wir merken, dass sich unsere Beweggründe bald zu verändern beginnen. Sowie unser Verständnis und unsere Erfahrung wächst, erkennen wir, dass der Wunsch, frei zu sein, keine persönliche Angelegenheit ist. Für den Suchenden, der findet, wird es tatsächlich immer offensichtlicher, dass wir alle Teil eines großen evolutionären Prozesses sind, und dass das Streben nach Freiheit nichts Geringeres ist als ein Ausdruck des evolutionären Impulses innerhalb des menschlichen Geistes und Herzens. Darin erkennen wir, dass das Streben nach Erleuchtung nie nur unserer eigenen Befreiung dienen könnte. Die Bewegung des spirituellen Erwachens ist ein Teil des kosmischen Entwicklungsprozesses, und Ziel der Erleuchtung ist es letztendlich, das Licht des erwachten Bewusstseins in diesen Prozess selbst einzubringen.

Vor vierzehn Milliarden Jahren entstand schlagartig etwas aus nichts, und der höchste Ausdruck dieser wundersamen Aufwallung des Werdens findet sich in der gerade entstehenden Fähigkeit des Menschen, ein höheres Bewusstsein zu erreichen. Bewusstsein ist nicht etwas, das sich im Besitz irgend eines einzelnen Individuums befindet. Aber nur durch einzelne Individuen kann sich Bewusstsein entwickeln. Also ist das Ziel der evolutionären Erleuchtung die Befreiung des einzelnen Menschen von den Ängsten und Begierden des Egos, damit er zu einem offenen Durchgang wird, durch den sich das Bewusstsein selbst frei entfalten und in der Welt zum Ausdruck kommen kann.

Der fünfte Grundsatz besagt: Ich will nicht um meiner selbst willen, sondern um des Ganzen willen frei sein. Wenn das unsere spontane Reaktion auf die Sehnsucht nach Befreiung wird, dann ist etwas sehr Bedeutsames geschehen. Was mit einer freien Entscheidung begann, ist zu einer Verpflichtung geworden, bei der wir keine Wahl mehr haben. Unser zuvor eigennütziges Motiv hat sich weiter entwickelt, so dass es sich nun in Übereinstimmung mit dem Beweggrund des expandierenden Universums befindet: der reinen Leidenschaft des Urknalls, dem Gottesimpuls, der unser eigenes authentisches Selbst ist.

Wenn diese reine Leidenschaft zu unserer eigenen wird, veredelt sich das menschliche Leben: Es wird zum heiligen, zum spirituellen Leben, zu einem Leben mit Bedeutung und Wert. Wir entdecken, dass wir zu Hause angekommen sind und unseren Platz im ganzen Rahmen des Kosmos gefunden haben. Wir wissen, wer wir sind und warum wir hier sind. Solange unsere tiefsten Beweggründe persönlich und egoistisch sind, wird das Leben niemals einen tieferen Sinn haben. Aber wenn wir uns einen Beweggrund zu eigen machen, der alles Persönliche vollkommen überwindet, wird jeder Augenblick aufgeladen mit einem starken Gefühl für Sinn und Ziel. Das ist der Tod des Egos. All unsere kleinlichen Sorgen um uns selbst werden bedeutungslos, denn wir leben nicht mehr um unserer selbst, sondern um des Ganzen willen – verzehrt von der Leidenschaft, völlig frei zu sein, so dass nichts unsere Fähigkeit behindert, mit ganzem Herzen am evolutionären Prozess teilzunehmen.

Andrew Cohen

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Meditation & die vierte Dimension erfahren

Februar 7th, 2010 by · Kommentare deaktiviert · Andrew Cohen, Meditation und Evolutionäre Praxis

Eine der vielen wunderbaren Qualitäten der Meditation ist, dass sie einen Zugang zur vierten Dimension ermöglicht. Wenn du dich tief in den meditativen Zustand hineinbegibst, wird deine Aufmerksamkeit unabhängig vom vorüberziehenden Strom der Gedanken. Deine Identifizierung mit Gefühlen, Erinnerungen, Zeit und dem Körper löst sich mehr und mehr auf. Und du wirst dir etwas sehr Geheimnisvollem bewusst. Stell dir vor, du warst in einer kleinen dunklen Kammer und hast tief geschlafen, und dann wirst du plötzlich wach und schwebst in der unergründlichen Tiefe eines weiten friedlichen Ozeans.

Du bist dir buchstäblich der vierten Dimension bewusst geworden, wohingegen du dich zuvor eingesperrt fühltest, ein Gefangener deines Körpers, deines Verstandes und deiner Gefühle.

Wenn du in dieser vierten Dimension erwachst, verschwindet jegliches Gefühl des Gefesseltseins. Du fühlst, dass du Zugang zum ganzen Universum hast und auch zu dem, worin das Universum existiert. Du bist dir deines Körpers, deines Verstandes, Zeit und Raum bewusst, aber es gibt in deiner Erfahrung noch eine andere Dimension, die sich in alle Richtungen ausbreitet und von nichts eingeschränkt wird. Meditation ist der Zugang zu dieser vierten Dimension, eine Tür zur Erkenntnis von Grenzenlosigkeit.

Warum ist diese Erfahrung bedeutsam? Weil der unendliche Kontext in dem du erwachst nicht nur ein stiller Ort im Innern ist. Es ist eine tiefere Dimension der Wirklichkeit. Leben, Tod und alles dazwischen, also die Wirklichkeit als Ganzes – das Sichtbare und das Unsichtbare, das was du weißt und nicht weißt, alles, was jemals gewesen ist und sein könnte – besteht aus dem Manifesten und Unmanifesten. Aber meistens sind wir uns nur der manifesten Dimension bewusst, dem Bereich von Zeit, Raum und Werden. Meditation gibt dir die direkte bewusste Erfahrung der unmanifestierten Dimension, die der Seins-Grund ist.

Dieser Seins-Grund ist leer. Es ist eine Leere ohne Objekte, Zeit, Raum und Gedanken. Aber alles, was existiert hat in diesem Nicht-Ort seinen Ursprung, auch du und ich. Es ist ein Paradox, denn obwohl dieser Nicht-Ort leer ist, ist er voll mit unendlichem, ungeborenem Potenzial. Es ist der Grund, aus dem wir alle entstanden sind, der Schoß des gesamten Universums. Vor 14 Milliarden Jahren, als Etwas aus dem Nichts entstand, verschwand dieses Nichts nicht einfach. Diese unmanifeste ungeborene Dimension ist der allgegenwärtige Grund, aus dem in jedem Moment alles entsteht. Sogar im Gewahrsein des Körpers und in der Bewegung der Gedanken, unter all dem, wirst du dir im Zustand der Meditation eines Stromes von Stille bewusst, der das Echo und die Reflexion des Seinsgrunds ist. Es ist ein großes Geheimnis darin. Und in der unendlichen Tiefe dieser Leere zeigt sich ein Wissen, ein reines Wissen, dass all unsere Fragen zu beantworten scheint und uns von unseren existenziellen Zweifeln befreit.

Wenn immer wir weit genug über den konditionierten Verstand hinaus gehen – jenseits von Gedanken, Formen und Zeit – werden wir immer das gleiche Mysterium entdecken. Wir meditieren, um in der unmittelbar befreienden Natur des Seins-Grundes zu erwachen. Je tiefer unsere Erfahrung des Seins-Grundes ist, desto mehr werden wir von diesem geheimnisvollen Wissen erfüllt sein, dass gleichbedeutend ist mit dem erleuchteten Bewusstsein.

Andrew Cohen

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